Der Einfluss des sozialen Umfelds

Jim Rohn: „Du bist der Durchschnitt der 5 Menschen mit denen du die meiste Zeit verbringst“ (übersetzt in DE).

Diese Aussage kennst du bestimmt auch schon- und intuitiv fühlen kannst du sie ohnehin.
Hier stelle ich dir 2 Modelle aus der Forschung in der Positiven Psychologie vor, die in das Thema „Einfluss deines sozialen Umfelds“ reinspielen. 

 

Inhalt

  1. Warum & Wozu
  2. Definition von „Umfeld“
  3. Wissenschaft – das PERMA Modell und die Losada Ratio
  4. Reflexion
  5. Was du gelernt hast

Warum ich erzähle ich dir das? 

Der Anstoß kam durch eine liebe Hörerin 🙂 aus Köln. Grüße an dich :).
Warum: weil dir wie mir auch klar ist, dass dein Umfeld einen großen Einfluss auf dich hat. Vielleicht ist dein Gefühl zu dem Einfluss aber genau wie meins eher unspezifisch und du könntest ein bisschen Klarheit gebrauchen. Außerdem habe ich wirklich spannende neue Gedankenansätze dazu gefunden.
 

Wozu ich erzähle ich dir das? 

Damit du nochmal Klarheit über den Einfluss bekommen kannst. Sowohl thematisch, als auch für dich in deinem individuellen Leben.
 

Definition

Umfeld, besonders Psychologie und Soziologie = „auf jemanden, etwas unmittelbar einwirkende Umgebung“
Synonyme für „Umfeld“ laut Duden: Ambiente, Milieu, Nachbarschaft, Rahmen, Reichweite, Sphäre, Umgebung, Umkreis, Umwelt, Welt
 
Es gibt ja sehr unterschiedliche Umfelder – ich schreibe hier über das soziale Umfeld, die Menschen, die dich umgeben.
 

Wissenschaft

Frage: Hat dein soziales Umfeld einen Einfluss auf dich?
Es gibt ziemlich viele Forschungen in der Psychologie, die sich den Einfluss deines sozialen Umfelds auf dich als Mensch anschauen und namenhafte Forscher haben beschrieben, dass Menschen soziale Wesen sind.  Das heißt folgende langjährige Professoren validieren dir diese subjektive Idee: 
 
Ja, dein soziales Umfeld hat einen Einfluss auf dich!
 
Martin Seligman (2011), einer der Väter der positiven Psychologie hat beschrieben, dass Glück nicht ohne soziale Beziehungen verwirklicht werden kann.
Mihalyi Czsikszentmihalyi hat 1990 beschrieben (übersetzt in DE): Wir sind biologisch programmiert, andere Menschen als das Wichtigste auf der Welt zu empfinden.
Kurz und prägnant von Christopher Peterson, Professor für Psychologie, (2006): “ Other people matter.“
 
Alles klar, diese Frage ist also beantwortet. Jetzt ist dieser Einfluss ja in beide Richtungen möglich – ins Positive und ins Negative. Wir alle haben das Ziel mehr Wohlbefinden, Glück, positive Emotionen und Erfüllung in unserem Leben zu haben. Damit beschäftigt sich die Positive Psychologie. Diese neue Sparte der Psychologie gibt es erst seit ca. 20 Jahren.
 
Dazu möchte ich heute das PERMA Modell vorstellen. Das PERMA-Modell wurde von Martin Seligman mit fünf Kernelementen des psychischen Wohlbefindens und Glücks entwickelt. Seligman glaubt, dass diese fünf Elemente den Menschen helfen können, ein erfülltes, glückliches und bedeutungsvolles Leben zu führen.
 
Positive Emotionen (P)
Teilnahme/Interaktion (E =Engagement)
Beziehungen (R =Relationship)
Bedeutung/Sinn (M =Meaning)
Erreichen von Zielen (A = Achievement)
 
Dein soziales Umfeld hat ja mehr oder weniger direkt auf alle diese Punkte Einfluss. Für eine glückliche/förderliche Entwicklung sind natürlich positive soziale Interaktionen hilfreicher, als negative. Intuitiv ist dir klar, dass eine freundliche, glückliche, unterstützende Gesellschaft von Menschen dich eher positiven Emotionen fühlen lässt und dir dabei hilft deine Ziele zu erreichen.
 

Die Losada Ratio

Losada Ratio= Summe der Positivität in einem System im Verhältnis zur Summe der Negativität
 
​D​iese​ Formel kommmt ursprünglich aus der Beziehung​sforschung von John Go​tt​man. Über ​duzende von Studien und tausende von​ Beobachtungen Entwickelte er eine Voraussagemöglichkeit, mit der er zu über 90% vorhersagen konnte, ob ein paar sich scheiden lassen würde. Ein Hauptfaktor war das Verhältnis der negativen zu den positiven Ausdrücken innerhalb der Beziehung.
Marcial Losada wandte diese Idee im Business Kontext an. Das Positiv/Negativ Ausdruckverhältnis war wieder stark prädiktiv für den Erfolg von Teams, der sowohl mit harten Zahlen wie Profit eines Unternehmens, als auch mit weichen Zahlen wie Feedback der Kollegen belegt werden konnte.
Die Studie, die die Losada Ratio schließlich auf den heutigen Bekanntheitsgrad brachte, kommt aus der Forschung von Barbara Fredrickson. Sie fand heraus, dass College-Studenten mit einem Positivitätsverhältnis von über 3 signifikant höhere psychische und soziale Gesundheit hatten.
 
Warum jetzt 3?
Menschen erfahren Negativität subjektiv viel stärker als Positivität. Diese Tendenz zeigt sich auf vielen Gebieten, von der Verhaltensökonomie bis zur Psychologie.
 
Vergleich mal persönlich den Effekt: Du triffst einen Freund und er macht dir ein Kompliment über dein Aussehen. VS Du triffst einen Freund und er kritisiert dein Aussehen. Das Kompliment wird wahrscheinlich dazu führen, dass Sie sich für ein paar Momente besser fühlen – vielleicht sogar ein paar Stunden. An die Kritik denkst du wahrscheinlich noch für Stunden, vielleicht sogar Tage. Also wiegen negative Ausdrücke scheinbar mehr als positive.
 
Daher kam die Idee: Wieviele positive Ausdrücke brauche es im Schnitt um mindestens eine Ausgewogenheit im gefühlten subjektiven Feedback herzustellen? Und diese Grenze ist 3. Damit ein System in einem positiven Zustand ist (den wir ja haben wollen), ist ein deutlicher Positivitätsüberschuss erforderlich, um die übergewichtete Negativität auszugleichen.
 
Folgende Erkenntnisse gab es zur Losada Ratio, auch Positivitätsverhältnis:
  • Eine Ehe mit 5-mal mehr Positivität als Negativität ist signifikant weniger wahrscheinlich in Scheidung führen.
  • Ein Business-Team mit 5-mal mehr Positivität als Negativität ist wesentlich wahrscheinlicher, Geld zu verdienen.
  • College-Studenten mit 3x mehr Positivität als Negativität sind deutlich häufiger gedeihen psychische Gesundheit
  • Im Allgemeinen – wenn ein menschliches System 3 bis 5x so viel Positivität wie Negativität enthält, ist es wesentlich wahrscheinlicher zu gedeihen.

Reflexion – Den Ist-Zustand erkennen

1. In welchem sozialen Umfeld bist du unterwegs?
Schreibe jeweils <5 Menschen auf mit denen du die meiste Zeit in diesem sozialen Umfeld verbringst
 
a) Zu Hause – Familie
b) Freizeit – Freunde
c) Arbeit – Kollegen
 
2. Von diesen 5 Menschen aus Übung 1 a-c: wer erhöht dein Wohlbefinden und wer limitiert es?
 
Beispiele für: 
erhöht dein Wohlbefinden: 
  • ​Ihr lacht viel zusammen
  • Ihr macht gemeinsam Dummheiten
  • Du hast​​ das Gefühl, eine Verbindung zu der Person zu haben
  • Du kannst so sein wie du möchtest in dessen Gegenwart
  • Es macht dir Spaß mit denjenigen zusammenzuarbeiten
  • Du vergisst die Zeit, wenn du mit demjenigen zusammen bist
  • ​D​u hast das Gefühl, der andere hört dir wirklich zu und interessiert sich für dich
  • Wenn du ein Problem schilderst, versucht dir der andere empathisch zu helfen
Beispiele für: 
limitiert mein Wohlbefinden
  • ​D​u empfindest eure Zusammenarbeit als anstrengend und unentspannt
  • ​D​u fühlst dich unsicher in seiner Gegenwart
  • Du zweifelst an dir selber wenn du mit demjenigen zusammen bist
  • ​​Derjenige reagiert kritisch auf Vorschläge von dir
  • Du hast jetzt schon Vorurteile gegenüber dem Arbeitsansatz des anderen
  • Wenn es nach dir ginge, müsstet ihr euch nicht unbedingt sehen
3. Wie verhältst du dich im Bezug auf die Losada Ratio mit anderen? Ist dein Umgang in der Summe mehr als 3:1 positiv? Bist du unterstützend, hörst du, interessierst dich für die Aussagen deiner Freunde, deiner Familie, deiner Kollegen? Gibst du Energie oder ziehst du Energie?
 
Denk mal zuerst für dich drüber nach. Dann gibt es hier auch noch einen Test für dich, wie dein Positivitätsverhältnis ist.
 
Gesamtanalyse:
Und jetzt schaust du dir das Ergebnis an.
Welche Menschen in deinem Umfeld erhöhen deiner Ansicht nach dein Wohlbefinden und welche limitieren es?
Was machst du jetzt mit der Erkenntnis? 
Wie bist du als Umfeld? 
 
Keine Sorge, wenn du jetzt festgestellt hast dass du ein Energie hier bist dann ist das total okay und du darfst das als Plattform nehmen um dich zu reflektieren und zu erkennen wer du stattdessen lieber sein möchtest. 
 

Was hast du heute gelernt?

  1. ​D​a​​ss dein Umfeld einen Einfluss auf dich hat und das auch wissenschaftlich untersucht wird
  2. Du hast das ​PERMA Modell kennengelernt
  3. Du hast die ​Losada Ratio kennengelernt
  4. Du hast eine Ist-Analyse gemacht, wie du in deinem Umfeld bist​.​
Wenn sonst nix hängen bleibt, dann bitte das hier:
Wähle dein Umfeld aus!
Sei ein positives Umfeld für andere!
Kommuniziere mit > 3:1 Losada Ratio in deinen Beziehungen

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18  Jun  2018 #9.2 I4G Produktivität Teil 2 Download
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Literaturquellen: