Was ist eigentlich ein Gedanke?

Genau, diese Frage habe ich mir auch gestellt als ich entschieden habe dir dieses Thema vorzustellen. Und du und nach meiner Recherche habe ich festgestellt es ist wirklich super spannend!

Gedanken begleiten uns täglich. Aber hast du schon dich schon mal gefragt, was das eigentlich genau ist?
Auf jeden Fall hängt hinter diesem Begriff ein riesiges Thema!

Es geht mir mir in dieser Folge darum dir zu zeigen, was ein Gedanke ist, damit du dir vielleicht eine andere Sicht oder Bewertung auf deine eigenen Gedanken machen kannst.

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Warum spreche ich heute über Gedanken?

Weil Gedanken so präsent in unserem Leben sind. Und manchmal ganz schön nerven können :D.

Falls du auch regelmäßig in deinem Kopf einen kleinen Strudel hast, hilft dir diese Folge hoffentlich. Ich wollte dir eine Folge zu Gemütszustandbeeinflussung aufnehmen. Und da waren so viele Begriffe noch ungeklärt, dass ich erstmal Basissteine legen wollte, bevor ich mehrere eigene komplexe Themen auch noch kombiniere.

Eigene Erfahrungen & Brainstorm zu Gedanken

– Sie sind immer da.
– Sie wechseln ständig
– Es ist gar nicht so einfach sie festzuhalten
– Sie haben merkwürdige Verbindungen und sehr unterschiedliche Qualitäten
– Sie sind oft für mich nicht förderlich
– Gedankendurcheinander oder auch in buddhistisch „Monkey mind“

Manchmal ist der Abstand zwischen Gedanken und Gefühlen und nachgeschaltetem Verhalten so eng, dass sich eine richtige Verkettung daraus ergibt. Diese Kette wird dann in bestimmten Situationen angetriggert – du fällst einfach in diese Abfolge hinein ohne das Gefühl zu haben irgendwo eingreifen zu können.

 

 

Da hilft es sich mit der Zeit diese Ketten klar zu machen. Wenn du merkst, dass diese Kette dann ausgelöst wird, mach am besten etwas ganz anderes. Dreh die Runde um den Block oder lass dich von deinem liebsten Menschen umarmen. Da kann ich aus Erfahrung sagen, das hilft Wunder!

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Wissenschaft

Es gibt erstaunlich viele Disziplinen, die sich mit dem Thema „Gedanken“ beschäftigen:

  • Neurowissenschaft: untersucht die psychologischen, neuronalen und biochemischen Mechanismen, die dem konkreten Vorgang des Denkens zugrunde liegen
  • Psychologie, vor allem kognitive Psychologie: Unterrichtungen hierzu versuchen deskriptiv die Muster und das Denken von Individuen oder Gruppen im Allgemeinen, gruppenspezifisch oder im Einzelfall zu beschreiben oder zu erkunden welchen Regeln das Denken folgen muss, um Wahrnehmungen sinnstiftend zu verarbeiten, zu wahren Überzeugungen zu gelangen oder um korrekt Probleme zu lösen oder Schlüsse zu ziehen.
  • Philosophie
  • Neurophilosophie
  • Anthropologie
  • Sprachwissenschaft
  • Computer Wissenschaft und künstliche Intelligenz

Die Neurowissenschaft definiert Gedanken als:

Ein Gedanke ist eine neuronale Repräsentation im Gehirn, das sich als Aktivitätsmuster zeigt.

(Prof. Dr. med. Dr. phil. Henrik Walter Professor für Psychiatrie mit Schwerpunkt psychiatrische Neurowissenschaft und Neurophilosophie an der Charité)
Gedanken sind ein Produkt des Gehirns in der Wechselwirkung mit seiner Umgebung und sich selbst.

Auch in der Philosophie gibt es ja wirklich viele spannende „Denker“ :).
Zum Beispiel Gottlob Frege (1), im 19. Jahrhundert einen deutschen Logiker, Mathematiker und Philosophen.
Er hat definiert, dass es einen Unterschied zwischen dem subjektiven Gedanken, einen psychischen individuellen Ereignis und dem objektiven Gedanken als Sachverhalt gibt.
Interessant fand ich, dass Frege einen Gedanken als etwas definiert „… bei dem überhaupt Wahrheit in Frage kommen kann.“

Frege über Denken – Urteilen – Behaupten
Frege unterscheidet den Gedanken vom Behaupten und vom Urteilen:
„Wir unterscheiden demnach
1. das Fassen des Gedankens – das Denken,
2. die Anerkennung der Wahrheit eines Gedankens – das Urteilen,
3. die Kundgebung dieses Urteils – das Behaupten“.

Für heute möchte ich mich mehr auf die neurowissenschaftlichen Erkenntnisse stützen, weil wir uns darüber relativ feststehende Fakten unterhalten können wohingegen in der Philosophie die Ansichten und Ideen ja diskutabel sind. Und das hilft uns bei Gedanken nicht so richtig weiter.

Es gibt eine Unterscheidung zwischen:

  1. Denkweise – den einzelnen Gedankengang
  2. Denkmuster – als regelmäßige Reaktion auf eine Situation erfolgenden Gedankengang

Hier füge ich euch einfach mal spannende und schon gut zusammengefasst Abschnitte aus Wikipedia ein.

kognitive Psychologie:
In der kognitiven Psychologie wird Denken als eine Mischung aus Gedächtnis­leistung und logisch abstrakter Symbolverarbeitung angesehen.

Denken als Problemlösen
Ein Problem besteht, wenn von einem gegebenen Ausgangszustand aus ein gewünschter Zielzustand nicht ohne weiteres erreicht werden kann. Das zwischen Ist- und Soll-Zustand liegende Hindernis muss durch Einsatz von Hilfsmitteln (sog. Operatoren) beseitigt werden. Hierzu sind Denkprozesse erforderlich.

Analytisches Denken vs. analoges Denken
analytisches Denken = eine Analyse von Sachverhalten
analoges Denken = findet assoziativ, spontan statt.

Wie kann man Gedanken messen?

fMRT: funktionelle Magnetresonanztomografie.

Diese Diagnostik misst Durchblutungsänderungen im Hirn. Wo mehr Blut fließt verbraucht das Gehirn mehr Energie, und dort sind die Nervenzellen gerade besonders aktiv. Die Aufnahmen zeigen die Aktivität in Volumenelementen von der Größe eines Reiskorns, den sogenannten Voxeln. Diese Durchblutungsmessungen können erst mithilfe von Lernalgorithmen lassen sich aus den Aktivitätsmustern einzelner Gehirne sinnvolle Interpretationen ableiten. Wie ein Fingerabdruck zu einer ganz bestimmten Person gehöre, so habe auch jeder Gedanke ein spezifisches Aktivitätsmuster im Gehirn.

Gedanken sind für uns im Sprachgebrauch…

  • Denken ist eine Fähigkeit, wie sehen oder riechen. Meist werden wir uns nur des Endproduktes bewusst, also des Gedankens, nicht des Prozesses an sich.
    • Dazu gibt es wieder spannende Fragen:
    • was braucht man für diese Fähigkeit?
    • Welche Organismen haben sie?
    • Was ist der Zusammenhang zwischen denken und wahrnehmen oder sprechen.
  • Denken als Aktivität:
    • Automatisches Denken, das unbewusst, absichtslos, unwillkürlich und mühelos abläuft (2). Dieser Ablauf ist ohne bewusste Kontrolle
    • kontrolliertes Denken, das bewusst, absichtlich, freiwillig und aufwendig ist (2). Dieser Ablauf ist auch verbunden mit der Vorstellung von Konzentration und Fokus.

Der biologische Grund für Gedanken ist…

  • Einschätzung von Situationen undPlanung und Steuerung der Taten eines Individuums.
  • Die Handlungsplanung erhöht die Effizienz des körperlichen Energieeinsatzes.

Sie stellen eine nicht-materielle Vorstufe von Handlungen dar, die der Evaluation der Handlungskonsequenzen und damit der Selbsterhaltung dient.

Wie entsteht ein Gedanke?

Der Gedanke selbst entsteht also vereinfacht gesagt aus der aktiven Interaktion von Gehirn mit seinem Körper und der Umwelt des Organismus, dem sie angehören.

(Prof. Dr. med. Dr. phil. Henrik Walter Professor für Psychiatrie mit Schwerpunkt psychiatrische Neurowissenschaft und Neurophilosophie an der Charité)

Es gibt also im Gehirn oder in deiner Umwelt einen Anstoß, einen Trigger und darauf folgt dann die neuronale Aktivierung, also ein Gedanke.

Hier hab ich dir einfach spannende Informationen zu Gedanken aufgeschrieben:

  • Jedes Gehirn denkt anders. Um den gleichen Gedanken haben, verschiedene Personen sehr ähnliche Aktivitätsmuster im Gehirn haben müssen.
  • Gedanken sind biografisch gefärbt und entsprechend unterschiedlich codiert. „Wenn ich an einen Hund denke, passiert in meinem Gehirn etwas anderes als in Ihrem“, sagt Haynes. Ein Hund – das ist für manche ein flauschiger Gefährte und ein treuer Freund aus Kindertagen. Anderen kommt dagegen lautes Bellen in den Sinn oder die Erinnerung an einen schmerzhaften Biss. Es gibt kein universelles Gedankenmuster für den Hund. Und auch nicht für ein Fahrrad oder die Mona Lisa. Deshalb muss der Computer immer erst lernen, mit welchem Aktivitätsmuster ein bestimmter Gedanke im Gehirn einer individuellen Person codiert ist. Die Versuchspersonen in Haynes’ Kernspintomografen denken gewissermaßen auf Probe. Für jede von ihnen erstellen die Forscher eine Datenbank. Mit einem Mustervergleich können sie später rekonstruieren, woran jemand denkt.
  • Wir bekommen nur einen kleinen Teil unserer Gedanken mit, die uns bewusst werden.

Wenn du dir jetzt noch einmal klar machst, das Gedanken die Interaktion zwischen deinem Gehirn und deiner Umwelt regeln, dann ist es ja nur logisch, dass du eigentlich so viele Gedanken hast wie du Neuronenverknüpfung hast. Aber das was wir Gedanken nennen, sind die 1oder 2 aktivierten Aktivitätsmuster, die aus diesem ganzen Aktivitätsgewirr wirklich in dein Bewusstsein durchbrechen.

Verknüpfung von Gedanke zu Erinnerung

Wenn wir denken, dann deshalb, weil Hirnprozesse ablaufen. Und Hirnprozesse, das sind komplizierte Interaktionen zwischen Nervenzellen (ca. 90 Billionen) im Gehirn.

Besonders interessante und relevante Gedanken speichert unser Gehirn für die Zukunft – sie werden zu Erinnerungen.

Verknüpfungen zwischen Nervenzellen können gestärkt, geschwächt, gekappt und neu gebildet werden. Nervenzellen können sich so an frühere Hirnaktivität ‚erinnern‘ und Gedächtnisinhalte einspeichern. So wie ein Muskel bei Betätigung mehr Masse aufbaut, baut das Gehirn beim Denken stärkere Verknüpfungen und manchmal sogar neue Nervenzellen auf. Schwerer wird es dadurch aber nicht (Gehirnmasse entspricht ca. 2% des Körpergewichts oder ca. 1400 ml Volumen). Stattdessen wird bestehende Gehirnmasse umstrukturiert, ganz ähnlich dem Speichern von Daten auf einem Datenträger, welcher dadurch nicht an Masse zulegt. (Prof. Dr. med. Dr. phil. Henrik Walter Professor für Psychiatrie mit Schwerpunkt psychiatrische Neurowissenschaft und Neurophilosophie an der Charité)

Gedanken und die Zukunft:

Möglichkeit zur Gehirn-Computer Schnittstelle: Vielleicht Gedanken oder Träume zukünftig darstellbar, per Video :O.
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So, jetzt hast du gelernt dass Gedanken sind ein Produkt des Gehirns in der Wechselwirkung mit seiner Umgebung und sich selbst

OK wo kannst du da eingreifen? Es geht ja immer um die Selbstverantwortung, den Hebel den du hast, um deine Situation nach deinem Wunsch umzugestalten. Du kannst jetzt an verschiedenen Stellen dieser Erkenntnis ansetzen:

1. Im Gehirn selber

2. An dem womit dein Gehirn interagiert

Körper

Umwelt

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Übungen

Denken

Wenn du also aktiv an Themen denkst, dann strukturiert du der Gehirn so wie du möchtest. Dadurch wird dein Gehirn restrukturiert. Neuronenverbindungen werden öfter genutzt und dadurch gestärkt.
Deshalb funktionieren auch Gehirn“wäschen“.

Folgende Möglichkeiten haben Wissenschaftler der positiven Psychologie untersucht und als vorteilhaft herausgefunden:

  • Dankbarkeit üben ( und 2, 3)
  • Aufmerksamkeit trainieren mit Fokus auf nur eine Sache
  • Situationen und Menschen visualisieren, die förderlich, liebevoll, glücklich, hilfreich sind

Du kannst dir also zum Beispiel eine Morgenroutine überlegen, die die oben genannten Punkte beinhaltet.
Das mache ich auch. Und noch einige andere Größen in der Persönlichkeitsentwicklungsszene wie Tony Robbins oder auch Tobi Beck.
Über Morgenroutine spreche ich gern nochmal genauer in einem zukünftigen Podcast.

 

Aktive Veränderung deines Körpers oder deiner Umwelt

Wenn du etwas bestimmtes mit deinem Körper machst oder dich in eine bestimmte Umwelt bringst, dann hast du die dazugehörigen Gedanken.
Zum Bespiel, wenn du die Arme nach oben reißt und auf der Stelle tanzt kommen dir vermutlich eher

„Samstag Nacht hab ich eine Lücke im Tagesablauf. Stimmt, geil war’s!“

Gedanken, als „Ich bin ein Würstchen und alle beißen nur von mir ab“ Gedanken.

Oder begib dich in eine Umwelt, die dich mit den darin verbundenen Wahrnehmungen glücklich macht. Sonnencreme lässt dich an Strand denken – zack, das ist Einfluss deiner Umwelt über deine Wahrnehmung auf deine Gedanken.

Oder du gehst in die Sauna und deine Gedanken entspannen sich automatisch mit deinem Körper mit. Du stellst dich ja nicht mit beiden Beinen in einen Güllehaufen zum entspannen – auch wenn beides warm ist.

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Was hast du heute gelernt?

Dass ein Gedanke eine mentale Repräsentantion ist, was sich in Aktivitätsmustern zeigt. Also eben das Produkt der Wechselwirkung des Gehirns mit sich und seiner Umwelt.

Wenn sonst nix hängen bleibt, dann bitte das hier:

Du bist mehr als deine Gedanken! 
Du kannst deine Gedanken trainieren wie einen Muskel

 

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Rise and glow!

Scheine Deine Werte und wie du die Welt haben möchtest nach außen

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Quellen inhaltlich:

https://www.scientificamerican.com/article/can-we-control-our-thoughts/

Harvard Research – How Thoughts Affect Your Brain

https://www.dasgehirn.info/aktuell/frage-an-das-gehirn/wie-entsteht-ein-gedanke
https://www.wissenschaft-im-dialog.de/projekte/wieso/artikel/beitrag/woraus-bestehen-gedanken/
https://de.wikipedia.org/wiki/Denken#cite_note-Aronson57-3

Fachliche Zitate:

1 Gottlob Frege: Der Gedanke: eine logische Untersuchung. in: Beiträge zur Philosophie des deutschen Idealismus I. 2. 1918. in: Gottlob Frege: Logische Untersuchungen. 3. Aufl. 1986. ISBN 3-525-33518-0.

2 The Cultivation of Pure Altruism via Gratitude: A Functional MRI Study of Change with Gratitude Practice Christina M. Karns1*, William E. Moore III2 and Ulrich Mayr

3 https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fnhum.2017.00599/full –> Abschnitt „Gratitude is good for you“