Emotionen / Gefühle

„Außerfolgliche“ Infos

Bevor wir in die Emotionen Folge starten:
ich habe mir sagen lassen, dass die Wissenschaftlichkeit dieser Beiträge ja nicht soooo ganz das ist, was man unter Wissenschaft im „Nature“ und „Peer-Review“ Sinn erwartet. Dazu kann ich nur sagen – Stimmt! 😃
​I​ch möchte dir mit diesem Podcast Klarheit geben über wie Gefühle wissenschaftlich erklärbar sind, was dir im nachfolgend hoffentlich das Gefühl von Sicherheit und Zuversicht gibt​,​ weil du​ ab jetzt dein Leben nach deinen eigenen Vorstellungen gestalten kannst.
Und zwar ist es mir wichtig, dass das hier applied Life-Science ist, also Wissenschaft so runter gebrochen, dass du dir wirklich konkrete Handlungsideen daraus mitnehmen kannst. Ich bin ein ganz großer Freund von Selbstverantwortung und eine Macherin, deshalb halte ich wenig davon, dir hier in Odyseeischer Breite Professoren zu zitieren.
Ich möchte vielmehr kleine Wunderkerzen in deinem Kopf anzünden und dir helfen mit Strategien eine Treppe zu bauen, mit der du dich selber aus deinem Tal „heraussteigen“ kannst.
Bitte geh also davon aus, dass diese Podcastfolgen einen wissenschaftlichen Hintergrund haben und sie gleichzeitig inspirierend und anwendungsnah sein werden. Sooo und jetzt fühlst du dich nicht mehr getäuscht 😃 gelllieberKollege 😉
 

 

Los geht’s mit dem Thema Emotionen 

„Ahhhh mein Fuß ist eingeschlafen – da ist grad einfach kein Gefühl mehr drin.“
Witz des Abends meines Dads: das Gefühl eines Mannes: „Ich hab das Gefühl – ich hab kein Bier mehr!“
„Wie findest du das? – „Hmm… da hab ich jetzt grad gar kein Gefühl zu!“
 
Du siehst, es gibt genug Redewendungen, die das Wort irgendwie einbauen. Gemeint ist aber immer eine andere Bedeutung.
Und los geht’s in den kleinen Deep dive: Was ist eigentlich ein Gefühl? Das kleine Bruder Thema zu #3 Gedanken.
 

Zuerst geht’s los mit einer Begriffsklärung
 
Dann schauen wir uns spannende Fakten und „Wussest du schons“ zu Gefühlen an
 
Jetzt sag ich dir kurz meine Gedanken und Erfahrungen zum Thema Gefühle
 
Ran an die Übungen: Wie kannst du deine Gefühle beeinflussen?

Die Wissenschaft, die sich das anschaut heißt Neurowissenschaft.

Begriffsklärung

Hier gibt es zwei unterschiedliche Kategorien, was wir mit Gefühlen meinen.
1. eine Wahrnehmungsempfindungen in der Physiologie:
Die Fähigkeit zu empfinden, z.B. wenn man am Arm gestreichelt wird. Natürlich gibt es bei den verschiedenen wahrnehmungs Gefühlen auch mehrere Untergruppen, wie z.b. Oberflächen oder Tiefensensibilität oder Temperaturempfinden.
2.  Eine Empfindung auf der psychologischen Ebene
 
Damit meinen wir ein psychophysiologisches Phänomen – eine Kombination aus Körperwahrnehmungen, Stimmung und Gedanken. Eben Gefühle im Sinne von Emotionen. Deshalb nutze ich ab jetzt nur noch das Wort „Emotion“, damit ihr Bescheid wisst.
 
Emotionen sind ein super Beispiel, für ein Thema aus einem echten Lebensbereich dem die Wissenschaft hinterher forscht.
Die allermeisten von uns hat Emotionen und kann die auch ganz individuell beschreiben, bis jetzt gibt es allerdings noch keine finale akzeptierte wissenschaftliche Theorie, so wie „die Erde ist rund“, sondern Neurowissenschaftler stellen immer noch unterschiedliche Forschungsmodelle auf. Wenn wir versuchen Emotionen umfassend zu erklären ist die Welt also immer noch eine Halbkugel.
Es gibt unterschiedliche Theorien, wie das Gehirn Emotionen macht:
  1. Die älteste und mittlerweile obsolete ist die „Locationist Herangehensweise“, das heißt das Emotion in bestimmten Gehirnregionen assoziiert sind.
  2. Die zweite und immer noch oft genutzte ist die „psychologische constructionist Herangehensweise“, die besagt das bestimmte emotions Kategorien in einem breiteren Gehirn Netzwerk konstruiert werden und nicht an bestimmte Gehirnregionen geknüpft sind.
  3. Die neuste ist die „Theory of constructed emotion“ (1), vorgestellt von der amerikanischen Professorin Lisa Feldman Barrett in ihrem Buch „How emotions are made“ von 2017. Darin schlägt sie vor, dass das Gehirn Emotionen vorhersagt, wie es auch Wahrnehmungen vorhersagt. Emotionen werden nach ihrer Theorie, auf der Basis von folgenden Informationen vorhergesagt:
  • Stimmungen
  • Körperwahrnehmungen
  • Kontext/Zusammenhang
  • vergangener Erfahrung

Bildergebnis für how emotions are made

Seit wenigen Jahren (ca. 2016) glauben die führenden Neurowissenschaftler nun, dass dieselben Gehirnstrukturen mehrere Funktionen (Pluripotentität) (3) abdecken können, je nachdem welche funktionalen Netzwerke und Muster gerade in dem Moment angesprochen werden. Es gibt scheinbar so etwas wie Kerngebiete, die ganz oft genutzt werden. Ähnlich wie z.B. Mehl, Salz und Wasser in deiner Küche. Aus denen kannst du auch alles mögliche machen, sogar Kleber.
Ich persönlich finde, dass dieses Modell schon ziemlich viel Realität abdeckt und vor allem den Raum lässt, dass du als Mensch kein Opfer deines inneren Kampf zwischen Emotionen und deiner Reaktion bist.
 
Hier mal ein Beispiel, dass dein Gehirn grundsätzlich ein Simulant ist:
  1. Du schaust auf ein Safttetrapack und willst es anheben. Dein Gehirn kalkuliert wieviel Kraft du dafür wohl brauchst. Es ist dir bestimmt auch schon passiert, dass der Tetrapack leer war und du ihn mit zu viel Kraft vom Tisch hochgerissen hast oder?
  2. Beim Baseball gibt es einen Pitcher und einen Werfer. Der Pitcher schlägt dorthin nach dem Ball, wo er denkt, dass er hinkommen wird. Wenn er darauf warten würde, dass er den Ball wirklich fliegen sieht, hätte er keine Zeit mehr seine Muskeln zu mobilisieren. Pitcher und Werfer versuchen sich also gegenseitig auszutricksen, dass die Gehirnsimulation nicht mehr klappt.
Hier habe ich dir das Modell von der  „Theory of constructed emotion“ mal aufgemalt.

Wozu haben wir Gefühle

 
  1. Zum Überleben! Das Gehirn bereitet dich mit Gefühlen in jedem Moment bestmöglich auf die kommende Situation vor und sorgt langfristig dafür, dass du überlebst (z.B. über Angst) und dich reproduzierst (z.B. über Lust und Liebe). Es motiviert dich also in Richtung vorteilhafter Handlungen und Verhaltensweisen.
  2. Sie sind dazu da, dass man selber bei etwas Gesagten oder Erlebten darin eine Bedeutung und den Fokus zu legen erkennt. Ohne Emotionen bekommen wir nicht mit, was wichtig oder unwichtig ist.
  3. Sie sind eine super Wichtige Entscheidungshilfe im Alltag. Die aktuelle Forschung zeigt, dass Gefühle und Entscheidungen treffen vollständig miteinander verbunden sind –> Bauchentscheidungen sind da ein gutes Beispiel.
  4. Sie dienen dir als wichtiges Feedback für dich, weil du sie dir bewusst machen kannst. „Oh, grad bin ich wütend – hmm.. warum denn?“
 
Das Gehirn benutzt sozusagen Emotionen als ein Katalysator, um den Rest deines Körpers zu überzeugen mitzuziehen.

Emotionen und Lernen

Emotionale Ereignisse werden plastischer und länger abgespeichert als neutrale. Scheinbar verstärken Emotionen also die Wahrnehmung und die aktuell neural aktiven Netzwerke und legen diese Situation nachhaltiger für uns ab. Wie genau das funktioniert ist auch noch eine „scheibige Erde“.

Wie kann man die Verarbeitungsvorgänge im Gehirn messen?

1. mit funktioneller Magnetresonanzbildgebung (fMRI). Die Technik habe ich euch schon bei den Gedanken vorgestellt. Hier ist nochmal ein spannender TED Talk von Nancy Kanwisher, der dir das genauer erklärt, wenn du magst. (Nancy Kanwisher, Professorin, Department of Brain and Cognitive Sciences, Investigator at the McGovern Institute for Brain Research at the MIT.)
2. mit Positronen Emissionstomographie (PET) Scans. Hier ein 60 sec Video, dass dir die Technik erklärt.
Mit der Kombination aus 3D Gehirnschnitten und Aktivitätssignalen im Gehirn können jetzt verschiedene Hirnverabeitungsprozesse gemessen werden.

Spannende Fakten zu Emotionen:

Was ist die Wortherkunft von Emotion?
  • Das deutsche Wort ist dem gleichbedeutenden französischen émotion entlehnt, das zu émouvoir (dt. bewegen, erregen) gehört. Dieses Wort entstammt dem lateinischen emovere (dt. herausbewegen, emporwühlen), das auch im Wort Lokomotive enthalten ist.[3] Für den sprachlichen Ausdruck von Emotionen prägte der Schweizer Philosoph Anton Marty den Begriff Emotive (lat. e-motus für dt. herausbewegt, erschüttert).
Kann man bei jedem Menschen echte von falschen Emotionen unterscheiden?
  • Der Unterschied zwischen echten und gefälschten Emotionen ist teilweise nicht erkennbar, bei Personen, die das z.B. als Schauspieler professionell gelernt haben. Schauspieler können sich Gefühle so genau vorstellen, dass sie das Gefühl bei sich selber erzeugen können und es deswegen echt aussieht.
Gibt es Menschen, die keine Emotionen erkennen können?
  • Es gibt Menschen, die keine Emotionen bei anderen erkennen können. Sie haben oft eine besondere Inselbegabung und man beschreibt sie auch mit dem Savant- Syndrom. Sechs von sieben Inselbegabten sind männlich.50 Prozent der bekannten Inselbegabten sind Autisteneine weitere Gruppe, die Gefühle nicht gut erkennen kann.  
Wie ist der Umgang mit Emotionen in der Gesellschaft?
  • Es gab geschichtlich unterschiedliche Zeiten, zu denen „Emotionen haben“ mal in Mode war und mal verpönt. Je nachdem ob es den Menschen gerade dienlich war Emotionen zu haben. Das kannst du heute auch noch in unterschiedlichen Ebenen des Lebens sehen. In deiner Beziehung darfst du  Emotionen haben und zeigen. Im strengen Businessalltag werden Emotionen nicht gerade mit rationaler Professionalität verbunden.

Wo kannst du jetzt ansetzen, um deine Emotionen zu beeinflussen?

Auf den grünen Pfeilen siehst du Ideen, wie du die einzelnen Bereiche, die zu deiner Emotion führen, beeinflussen kannst.
Der Verarbeitungsprozess dieser einzelnen Bereiche im Gehirn läuft vor allem über Neuronen und Neurotransmitter ab. Deshalb haben Antidepressiva vermutlich auch den beobachteten Effekt. Sie verstärken oder vermindern nämlich bestimmte Neuroneninteraktionen.
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Was hast du heute gelernt?

  • Deine Emotionen helfen dir! Sie sind nicht gegen dich!
  • Überleg mal, du hättest gar keine Emotionen, weder positve noch negative. Wie flach wäre dein Leben? Möchtest du nicht lieber eine möglichst große Bandbreite von Gefühlen erlebt haben, um die glücklichen wertschätzen und in einen dankbaren Kontext setzen zu können?
  • Mal ehrlich, sich nur die guten Emotionen rauspicken zu wollen, geht erstens nicht und macht 2. keinen Sinn. Woher weißt du was Glück ist, wenn du dich nicht an Trauer, Frust und Verzweiflung erinnern kannst?

Wenn sonst nix hängen bleibt, dann bitte das hier:

Du bist der Gestalter deines Lebens! (Siehe die ganzen grünen Pfeile!)
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Quellen inhaltlich:

Interessante weiterführende Literatur/Quellen:
 
Podcast von Brain Science mit Lisa Feldmann Barrett im Interview über ihr Buch.
1) Buch von Lisa Feldmann Barrett: „How emotions are made“
2) Lindquist, Kristen & Wager, Tor & Bliss-Moreau, Eliza & Kober, Hedy & Feldman Barret, Lisa. (2012). What are emotions and how are they created in the brain? Response. The Behavioral and brain sciences. 35. 172-202. 10.1017/S0140525X1100183X.
3) Front Psychol. 2017 Aug 24;8:1432. doi: 10.3389/fpsyg.2017.01432. eCollection 2017. Basic Emotions in Human Neuroscience: Neuroimaging and Beyond. Celeghin A1,2Diano M1,2Bagnis A2Viola M3,4Tamietto M1,2,5https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28883803